Am vergangenen Wochenende erlebte der EHC Königsbrunn eine emotionale Achterbahnfahrt: Während in Miesbach bittere, womöglich entscheidende Punkte liegenblieben, bebte die heimische Pharmpur EISARENA beim leidenschaftlichen Heimsieg gegen Kempten. Doch zum Durchatmen bleibt keine Zeit. Am Freitagabend ab 20 Uhr bitten die Brunnenstädter die Mammuts der EA Schongau zum heißen Tanz, bevor am Sonntag die Reise in die Höhle des Löwen ansteht, zur sportlichen Reifeprüfung bei den Mighty Dogs in Schweinfurt.
Die unberechenbaren Mammuts: Königsbrunn ist gewarnt
Die Mammuts aus Schongau kommen als schwer einzuschätzender Gegner, der nach einem radikalen Umbruch mit zehn Abgängen, darunter Kontingentspieler Raivo Freidenfels, sein neues Gesicht sucht. Ein vertrautes Gesicht kehrt dagegen zurück: Ex-Königsbrunner Clay Ellerbrock stürmt wieder für die EA, flankiert vom kanadischen Neuzugang Tom Callaghan. Dass Schongau trotz einer Durststrecke gegen Amberg, Peißenberg, Klostersee und Waldkraiburg brandgefährlich ist, bewiesen sie im Overtime-Krimi gegen den HC Landsberg (6:5) und zuletzt beim dramatischen 3:2-Sieg nach Verlängerung in Geretsried. Der EHC ist dringend gewarnt: Gegen die vermeintlich kleineren Mammuts tat sich Königsbrunn historisch schon immer schwer.
Der große Final-Showdown und eine offene Rechnung
Am Sonntag wartet dann ein echter Showdown mit Final-Charakter. Schweinfurt stand Königsbrunn in den letztjährigen Play-offs im ultimativen Endspiel gegenüber und musste sich nur hauchdünn geschlagen geben. Zwar verlor der amtierende Vizemeister mit Petr Pohl, Arturs Homjakovs und Konstantin Melnikovs absolute Säulen des Teams, rüstete dafür aber kompromisslos nach. Die Deutsch-Tschechen Ondrej Nedved und Tomas Pribyl stabilisieren die Abwehr, während der lettische Knipser Ričards Bernhards die Liga in Angst und Schrecken versetzt. Seine zehn Tore und vier Vorlagen in nur sechs Spielen sind eine brachiale Ansage. Die Schweinfurter Tormaschine läuft aktuell heiß: Nach den jüngsten Machtdemonstrationen gegen Top-Favorit Peißenberg (6:2) und Geretsried (7:3) ist der ERV in der eigenen Arena noch ungeschlagen. Dogs-Coach Sergej Waßmiller wird seine Spieler nicht motivieren müssen, Schweinfurt brennt auf die Revanche gegen Königsbrunn.
Wochenende der Wahrheit und die Rückkehr einer Legende
Um den Anschluss an die absolute Tabellenspitze nicht zu verlieren, müssen die Brunnenstädter alles in die Waagschale werfen. In dieser entscheidenden Phase zündet der Verein einen emotionalen Funken und holt eine echte Vereinslegende zurück: Matthias Forster verstärkt ab sofort das Trainerteam. Der 41-jährige Ur-Königsbrunner, der in seiner Karriere alle Profiklassen durchlief und 2019 seine Schlittschuhe beim EHC an den Nagel hängte, kehrt heim. Bereits am Freitag wird er gemeinsam mit Coach Maxi Helling hinter der Bande stehen, um die Mannschaft durch dieses wegweisende Wochenende zu peitschen. Königsbrunns sportlicher Leiter Tim Bertele freut sich über die Verpflichtung:
„Entgegen der Kader-Stärke waren wir bislang auf den Trainer-Positionen zu wenig besetzt. Aus diesem Grund freue ich mich besonders, dass wir mit Matthias Forster diese Lücke nun schließen und unser Trainer-Team erweitern können. Er bringt die nötige Erfahrung aus seiner Profi-Karriere mit und wird sich vermehrt um taktische Belange und das Coaching an der Bande kümmern. Zusammen mit Maxi Helling bin ich davon überzeugt, ein hervorragendes Trainer-Team an der Bande zu haben.“
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