Der EHC machte am Sonntag das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt. Nach einem irrsinnigen Eishockey-Krimi gingen die Spieler bei den Mighty Dogs mit 4:3 als verdiente Sieger vom Eis. Für den Königsbrunner Goalie Nicolas Hetzel war es eine besondere Partie, denn der aus dem Schweinfurter Nachwuchs stammende Keeper durfte von Beginn an im Tor der Brunnenstädter stehen. Ansonsten musste der EHC ohne Marco Sternheimer, Peter Brückner, Hayden Trupp, Steffen Tölzer und Nico Baur die Reise nach Unterfranken antreten.
Blitzstart und eiskalte Effizienz im ersten Drittel
Der ERV Schweinfurt suchte von Beginn an sein Heil in der Offensive und kam zu guten Angriffen, blieb aber zu verspielt und im Abschluss zu harmlos. Den ersten Treffer markierte der EHC Königsbrunn: In der fünften Spielminute fiel das 1:0 für die Brunnenstädter. Nachdem sich der EHC ein erstes Mal im gegnerischen Drittel festgespielt hatte, fand eine verdeckte Direktabnahme von Niklas Länger den Weg ins Schweinfurter Tor und sorgte für die Königsbrunner Führung. Schweinfurt hatte zwar mehr Spielanteile, scheiterte aber spätestens an Nico Hetzel, der mit starken Paraden die Chancen der Gastgeber zunichtemachte. In der 12. Spielminute legten die Brunnenstädter das 2:0 nach. Bei einem Konter konnte der Goalie der Mighty Dogs den Puck nur nach vorne abprallen lassen, ein schönes Geschenk für Anton Seidel, der die Scheibe ins Netz zimmerte. Königsbrunn blieb die effektivere Mannschaft. Kurz vor der Pause nutzte Tim Bullnheimer einen weiteren Rebound und netzte aus der Drehung zum 3:0-Drittelendstand ein.
Fäuste fliegen im Mittelabschnitt: Stimmung kocht über
Im Mittelabschnitt blieben die Gastgeber gallig, doch der EHC hielt dagegen. In der 24. Spielminute trafen die Gastgeber nur den Pfosten. Mit zunehmendem Spielverlauf kam nun immer mehr Härte in die Partie. In der 29. Spielminute bekamen die Dogs einen Penalty zugesprochen, der jedoch folgenlos blieb, da sich Nico Hetzel im Königsbrunner Tor in Topform zeigte. Kurz danach setzte es zwei Spieldauerdisziplinarstrafen. Nach einer Aktion gegen Nico Hetzel kochte die Stimmung über, und David Farny lieferte sich mit Ricards Bernhards eine Rauferei. Beide Spieler mussten sofort vom Eis und sind für die nächste Partie gesperrt. Der EHC agierte kurzzeitig in doppelter Unterzahl, bis zur nächsten Pause fielen jedoch keine weiteren Treffer mehr.
Schweinfurter Aufholjagd und der entscheidende Geniestreich
Schweinfurt musste nun drei Tore aufholen und zeigte sich im Schlussabschnitt deutlich effizienter. In der 41. und 43. Spielminute traf der ERV gleich zweimal in Überzahl, es stand nur noch 3:2. Königsbrunn zog erneut eine Strafe, und in der 51. Spielminute zeigte sich Schweinfurt weiterhin stark im Powerplay: Die Paradereihe der Unterfranken netzte zum 3:3-Ausgleich ein. Die Partie war nun wieder völlig offen, das nächste Tor schoss dann aber wieder Königsbrunn. Nach einer Scheibeneroberung durch Moritz Weißenhorn, der den Puck an der eigenen blauen Linie aus der Luft fischte, passte dieser zu Philipp Markgraf und bekam die Scheibe beim Konter wieder zurück. Von der linken Seite aus schlug sein harter Schuss zum 4:3 im langen Eck der Gastgeber ein. Ein Treffer, der für Schweinfurt zur Unzeit kam. Die Dogs warfen noch einmal alles nach vorne. Zwei Minuten vor dem Ende zog ERV-Coach Sergej Waßmiller zudem den Goalie zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers. Königsbrunn verteidigte aber mit Mann und Maus und rettete das 4:3 bis zum Abpfiff.
Stolzer Coach adelt seine „Krieger“
Dank einer geschlossenen Teamleistung, Effizienz im Abschluss und einem überragenden Nico Hetzel im Tor brachte der EHC dem ERV Schweinfurt trotz schmerzhafter Ausfälle die erste Heimniederlage bei. Coach Matthias Forster war nach dem Spiel sichtlich stolz auf seine Mannschaft:
„Ich habe heute 19 Warrior auf dem Eis gesehen, es war eine unglaubliche Teamleistung. Mit viel Willen und Leidenschaft hat jeder Spieler alles gegeben. In Schweinfurt ist es nie leicht zu gewinnen, aber der Zusammenhalt in der Mannschaft stimmt, und deswegen war der Sieg verdient. Wir haben heute äußerst diszipliniert in unserer Struktur gespielt, Hut ab vor dieser Leistung!“
Tore: 0:1 Länger (Markgraf, Rodrigues) (5.), 0:2 Seidel (Steinmann, Weißenhorn) (12.), 0:3 Bullnheimer (Länger, Steinmann) (20.), 1:3 Cermak (Alksnis, Piskor) (41.), 2:3 Piskor (Cermak, Alksnis) (43.), 3:3 Litesov (Cermak, Alksnis) (51.), 3:4 Weißenhorn (Markgraf) (55.)
Strafminuten: ERV Schweinfurt 43 (SD Bernhards) EHC Königsbrunn 52 (SD Farny) Zuschauer: 1435
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